
Unzufrieden mit Deiner Hardware, Software oder Betriebssystem?
Dieser Guide erklärt, wie Du wirklich produktiver wirst.
So geht frustfreieres Arbeiten am Computer …
Was ist Distrohopping und Software-Springen?

Distrohopping ist das explorative Austesten verschiedener Distributionen und Betriebssysteme, mit der Hoffnung ein besseres System zu finden.
Hopper haben den subjektiven Eindruck, irgendetwas stimmt mit ihrem System nicht und sie springen von Ubuntu zu Arch zu Windows oder macOS. Strenggenommen betreibt man Distrohopping nur innerhalb von Linux Distributionen. Dieser Beitrag möchte den Aspekt des Wechselns diskutieren.
Das Gleiche gilt für Deine Software. Du bist unzufrieden mit Software A und möchtest zu B wechseln. Viele empfehlen die Software B, da diese moderner, robuster usw. ist.

Viele versprechen sich vom Wechsel der Software oder des Betriebssystems einen Vorteil, um andere zu überholen, produktiver zu werden oder bessere Workflows zu haben. Ich halte es für eine andere Form der Prokrastination.
Nachteile von Distrohopping
- Einrichtung: Komplexe Software braucht Zeit für die Einrichtung. Viele Software hat bestimmte Hardware-Anforderungen und braucht Einstellungen, die Du erst kennenlernen musst.
- Unterschiedliche Dateiformate: Wenn Du alle paar Jahre zwischen Software hin und her wechselst, hast Du für die gleiche Kategorie einen bunten Strauß an Dateiformaten, die viele verschiedene Programme voraussetzen. Dein PC müllt voll und Du kannst alte Dateien nicht mehr öffnen.
- Einarbeitung: Jede neue Software braucht Einarbeitung. Shortcuts sind anders und die Bedingung ist anders?

Was ist der Sinn von Software?
Wir kaufen uns einen Computer, Laptop oder Tablet, um Aufgaben zu erledigen. Die Hardware sollte zu den Aufgaben passen, welche wir auf den Geräten ausführen wollen.
Ein Computer ist kein Selbstzweck und Du bekommst keinen Nobelpreis für die Auswahl des perfekten Betriebssystems oder der besten Software. Computer sind Universalmaschinen, welche unendliche Optionen bietet. Die unendlichen Optionen kannst und solltest Du nicht ausschöpfen.
Früher hattest Du eine Schreibmaschine zum Schreiben, ein Blatt Papier zum Zeichnen und Brettspiele zum Spielen. Heute kannst Du das alles auf einem Gerät machen.
Wenn Du die Möglichkeit hast, für eine Gruppe von Aufgaben ein Gerät zu kaufen, dann solltest Du das tun z. B. Notebook für das Schreiben, Tablet zum Zeichnen und das Smartphone für die Abendunterhaltung. Jetzt optimierst Du jedes Gerät mit einem Baseline-Image, welches Du nach Verlust oder Hardwareausfall immer wieder wiederherstellst.
Baue Dir ein Baseline-Image
Ein Baseline-Image ist für mich eine Zusammenstellung an Programmen und Konfigurationen, welche eine handvoll Aufgaben erfüllt. Eine Baseline ist minimal, schlank und robust.
Vorteile Baseline-Image
- Signifikant weniger Ablenkung: Tinkering macht am Computer Spaß und frustriert zugleich. Du willst Deine Aufgaben am Computer erledigen und Dich nicht mit dem Computer selbst aufhalten. Ein Baseline-Image bringt Ruhe in den Prozess. Änderungen fügst Du bewusst ein und bleibst bei Deiner Software, solange alles funktioniert.
- Erprobte zuverlässige Software: Wenn Du Deinen Computer anschaltest musst Du kein Stoßgebet absetzen, damit heute endlich das Gerät funktioniert. Die meiste Software, die Du verwendest, läuft bei Dir schon Jahre und Du erfährst keine Überraschungen mehr. Du lässt vorerst die hippe neue Software link liegen und schaust Dir diese an, wenn diese etabliert ist.

- Keine Einarbeitungszeit mehr: Hardware und Software laufen flüssig. Du weißt, auf was Du Dich einlässt, wenn Du den Computer anschaltest. Die Shortcuts beschleunigen die Arbeit, die Du Dir eingeprägt hast.
- Geringe Hemmschwelle: Statt jeden Tag mit der Bedingung der Software herumzuwerkeln, machst Du die Aufgabe einfach, weil Du die Software schon kennst. Die Hemmschwelle sinkt rapide.
- Wiederherstellbarkeit: Wenn Du auf meinen Laptop mit einem Hammer schlägst, bin ich zwar traurig, habe aber nur 3 Stunden meiner Lebenszeit verloren. Das Baseline-Image reduziert die Zeit für das Wiederaufsetzen. Außerdem ist der Frühjahrsputz erledigt.
- Einfache Backups und Updates: Baseline-Images definieren eine Backup- und Update-Strategie. Die Daten liegen immer im gleichen Ordner und die Daten sind schnell wiederhergestellt.
Tutorial: Erstelle Dein Baseline-Image
Für mich gehört zu einem Baseline-Image eine Dokumentation. Wie setze ich einen Computer oder Hardware auf, sodass sie meine Anforderungen gut erfüllt. Ich setze auf Script basierte Beschreibungen in Kombination mit dem Abspeichern von Configs. Die Option ein 1:1 Image zu erstellen ist auch möglich, aber ich halte das für unpraktikabel, wenn man kleine Änderungen speichern will. Ein Baseline-Image spiele ich ca. 1 Jahr pro Maschine ein.
Das zeichnet ein Baseline-Image aus
Ein Baseline-Image soll nicht absolut starr sein, aber jede Änderung soll bewusst und gewollt sein. Wenn ich unbedingt eine Software X brauche, dann teste ich 3 verschiedenen, wähle das Beste aus, lerne die Bedienung und dann ändere ich mein Baseline-Image, wenn die Software im produktiven Einsatz ist.
Essenzieller Aufbau Baseline-Image
Erstelle ein Git Repo.
Erstelle die Ordner configs, fonts, scripts, sowie die Dateien README.md, Troubleshooting.md.

Die README.md ist das Herzstück. Hier erklärst Du so knapp Du kannst und so einfach wie möglich, wie Du den Computer aufsetzt. Welche Skripte machen was? Wie führe ich diese aus? Reihenfolge?
### Debian packages
1. De-bloat Debian with `./scripts/debian-debloat.sh`
2. Install the base packages with root `./scripts/install-debs.sh`
3. Reboot
Wichtige Dateien
Das Skript scripts/debloat.sh entfernt im ersten Schritt allen Schmodder von der Festplatte. Für Linux verwende ich apt-get remove und Windows mit Ultimate Windows Utility https://christitus.com/windows-tool/
Das Skript scripts/install.sh installiert alle Programme. Linux verwendet dafür apt-get und Flatpak, macOS den Paketmanager brew und Windows die Software Chocolatey.
In den config Ordner kommen alle Konfigurationen für die wichtigsten Anwendungen hinein, welche keine Account-Wiederherstellung haben. Selbst Browser-Profile kannst Du als zip-Datei sichern. Ein weiteres Skript scripts/load-config.sh kann diese Konfigurationen automatisch laden / entpacken. Informiere Dich von den 10 wichtigsten Softwares, die Du nutzt, wie Du eine Konfiguration sichern kannst.
Das Kopiere des Home-Verzeichnisses (Linux / macOS) oder AppData (Windows) empfehle ich nicht, weil …
- dort sehr groß mit vielen Anwendungsdateien statt Konfigurationen befinden.
- du eine Altlast mitkopierst, die Du in der neuen Installation nicht haben willst (unabsichtliche Änderungen).
- diese sehr unübersichtlich ist.
Beispiel Gnome Configs exportierst und importierst Du mit:
dconf dump / > dconf-settings.ini
dconf load / < dconf-settings.ini
Der Ordner fonts beinhaltet alle Schriftarten, die Du über die Jahre verwendet hast. Bei jedem aufsetzen verschwinden die alten Schriftarten, die Du aber dringend für die Bearbeitung alter Dokumente brauchst.
Weitere Struktur schaden nicht …
- Wie sieht meine Update-Strategie aus? Wie mache ich Updates?
- Wie sieht meine Backup-Strategie aus? Wie mache ich Backups?
- Wie update ich meine Firmware?
- Wie installiere ich alles, um Programmiersprache Y zu nutzen?
- Wie verbinde ich mich auf andere Maschinen (SSH)?
- Welche Background-Jobs hatte ich eingerichtet?
- Wie nutze ich das Zubehör und meine Hardware?
- Wo finde ich die Lizenzen von meiner Software?
- Wie löse ich Problem X was immer wieder auftritt?
- Eigene Shortcuts nicht vergessen …









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