Dein Rechner unterstützt nur Windows 10 oder Du willst Dich von Windows nicht ausspionieren lassen?
Dieser Guide zeigt Dir praktisch, wie Du einen Wechsel auf Linux vorbereitest und diesen umsetzt.
Starten wir!
Warum zu Linux wechseln?

- Keine Mehrkosten: Für die meisten privaten Windows Nutzer gibt es keinen Grund sich einen neuen Computer zu kaufen, wenn dieser mit Windows alle Aufgaben des Alltags erfüllt. Windows 11 / 12 ist nur mit speziellen Chips und Hardware Anforderungen kompatibel und viele PCs sind automatisch schrottreif, wenn Linux diese nicht rettet.
- Kein Sprung ins kalte Wasser: Linux kann man neben Windows installieren. Selbst wenn nicht alles sofort läuft, wie man sich das vorstellt, kann man Windows und alle Programme auf dem gleichen Computer nutzen. Ich empfehle deshalb immer für Anfänger Windows und Linux min. 1 Jahr im Dual Boot zu nutzen (gleichzeitig).
Weitere Gründe und Vorüberlegungen findest Du im Tutorial zur Linux Vorbereitung.
Warum nicht zu Mac wechseln?
- Kosten: Nur weil ein Windows 11 nach neuer Hardware verlangt, brauchen wir uns nicht Premium-Geräte kaufen. Intel 8-Generation CPUs sind auf den Gebrauchtmarkt günstig und zahlreich verfügbar, wenn Windows 11 für Dich Pflicht ist.
- Nicht erweiterbar: Die Mac Laptops sind nicht in Speicher und RAM erweiterbar. Die Erweiterungen von Beginn an sind 7x fach-teuerer wie RAM bei Windows Maschinen.
- Goldner Käfig: Apple Computer reden gerne nur mit Apple Geräten. Viele digitale Inhalte von Apple sind nur auf Apple Geräten verfügbar. Wenn Du im Apple Ecosystem Geld ausgibst, verlierst Du alles, wenn Du ein anderes Gerät haben willst.

- Privatsphäre ungewiss: Apple behauptet, dass sie die Privatsphäre schützen. Trotzdem legen Sie ihren Code nicht offen, um das zu beweisen.
- Tastatur: Die Umstellung von einer Windows- auf Apple-Tastatur kann einen verrückt machen, weil viele Tastenkombinationen anders sind. Das At-Zeichen usw. liegt woanders.
- Gaming: Auch wenn ein paar Gaming Titel für Mac verfügbar sind, hat und wird Windows mehr Games zur Verfügung haben.
Vorbereitung: So wird der Umstieg zum Erfolg
- Daten sichern: Sichere Dir alle Deine Daten auf einen externen Datenträger. Prüfe, ob alle gewünschten Dateien übertragen wurden. Sichere die Einstellung von Deinen wichtigsten Programmen wie Lesezeichen im Browser oder Mails.
- Daten in die (private) Cloud: Später ist es schlau die Daten im Dual Boot in eine Cloud zu ziehen. Nextcloud kannst Du privat zu Hause betreiben oder bei einem Drittanbieter. So hast Du die Daten auf Linux und Windows zugleich.
- Programm Inventur: Welche Programme hast Du in den letzten 365 Tagen in Windows genutzt. Wenn Du Programme installiert hast, die Du nicht kennst, dann musst Du diese auch nicht auf die Liste schreiben.

- Alternative suchen und testen: Die Software Liste nutzt Du in der Internet-Recherche. Gibt es die Software für Linux schon? Was sind die Alternativen? Halte nach Flatpaks oder AppImages Ausschau, weil diese leicht zu installieren sind. Programme wie Chrome, Steam, Firefox oder Thunderbird gibt es für Linux nativ. Teste die Software unter Windows, bevor Du weiter machst.
| Windows-Only Software | Beschreibung | Linux-Alternative / Web-Version |
|---|---|---|
| Adobe Premiere Pro | Professionelle Videobearbeitung | Kdenlive, DaVinci Resolve (Beta), Shotcut |
| Adobe After Effects | Motion Graphics & Compositing | Natron, Blender (für Compositing), Olive |
| Sony Vegas Pro | Videobearbeitungssoftware | Kdenlive, Lightworks (Free), DaVinci Resolve |
| CorelDRAW | Vektor- und Grafikdesign | Inkscape |
| MS Access | Datenbankmanagement | LibreOffice Base, Kexi |
| MS Visio | Diagrammerstellung | Dia, yEd, Draw.io (Web) |
| Notepad++ | Erweiterter Texteditor | Geany, Gedit, Kate |
| Paint.NET | Bildbearbeitung | Pinta, Krita, GIMP |
| Internet Download Manager | Download-Beschleuniger | uGet, Xtreme Download Manager (XDM) |
| WinSCP | SFTP/FTP-Client mit GUI | FileZilla, Krusader, Nautilus mit SSH |
| Total Commander | Dateimanager mit Zwei-Fenster-Ansicht | Double Commander, Krusader |
| AutoHotkey | Automatisierung von Aufgaben | Actiona, AutoKey |
| Foobar2000 | Leichter, anpassbarer Musikplayer | DeadBeef, Rhythmbox, Clementine |
| Microsoft Publisher | Desktop Publishing | Scribus |
| Visual Studio | IDE für .NET/C++ | JetBrains Rider, MonoDevelop, VS Code (nicht vollwertig) |
| DirectX SDK Tools | Entwicklung mit DirectX (Games, Grafik) | Vulkan SDK, OpenGL |
| GameMaker Studio | 2D-Spieleentwicklung | GDevelop, Godot |
| FL Studio | Musikproduktion / DAW | LMMS, Ardour, Tracktion Waveform Free, Bitwig |
| Bluebeam Revu | PDF-Editor für Bauwesen | Master PDF Editor, Okular, PDF Studio |
| Recuva | Datenrettung | TestDisk, PhotoRec |
Testen: Sanfter Übergang
- Partitionieren: Führe diesen Schritt nur nach dem Backup aller Dateien durch. Datenträgerverwaltung öffnen – Win + R drücken, diskmgmt.msc eingeben → Enter. Die Partition mit Windows (meist C:) suchen. Jetzt die Partition verkleinern. Rechtsklick auf C: → Volume verkleinern. Es wird analysiert, wie viel Platz maximal möglich ist. Gib 100 000 MB (für 100 GB) ein. Bestätigen → Es entsteht nicht zugeordneter Speicher. Hier ist eine Video-Erklärung: https://www.youtube.com/watch?v=B2JW8hiKWvM
- Linx Mint auf USB-Stick installieren: Gehe auf die Webseite von Linux Mint und download Dir die Cinnamon Edition – img Datei über einen beliebigen deutschen Standort.
- Flashen: Die img-Datei schreibst Du mit dem Programm Rufus oder Etcher auf eine 8+ Gigabyte großen USB-Stick. Rufus kannst Du Dir für Windows kostenlos herunterladen. Wähle die heruntergeladene img-Datei aus und selektiere den richtigen USB-Stick. Gehe sicher, dass der USB-Stick keine wichtigen Dateien mehr beinhaltet. Nach dem Rufus fertig ist starte, den Computer neu und …

- Boote in Linux: Drücke beim Start in schneller Abfolge wiederholt die Boot-Menu-Taste. Der Computer startet standardmäßig mit Windows (C: -Festplatte). Du willst aber das der PC vom USB-Stick startet. Jeder Hersteller hat seine eigene Boot-Menu-Taste. Lese die Taste aus der Tabelle unten ab:
| Hersteller | Boot-Menü-Taste | BIOS/UEFI-Taste | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| Acer | F12 | Del oder F2 | F12 muss evtl. im BIOS aktiviert werden |
| ASUS | Esc | Del oder F2 | Manchmal auch F8 für Recovery |
| Dell | F12 | F2 | |
| HP | Esc → F9 | Esc → F10 | Esc zeigt Systemmenü |
| Lenovo (Laptops) | F12 | F1 oder F2 | „Novo-Taste“ bei manchen Modellen |
| Lenovo (ThinkPad) | F12 | Enter → F1 | „ThinkVantage“/“Novo“-Taste evtl. nötig |
| MSI | F11 | Del | |
| Gigabyte | F12 | Del | |
| ASRock | F11 | Del | |
| Intel | F10 | F2 | |
| Toshiba | F12 | F2 | |
| Samsung | Esc oder F12 | F2 | |
| Sony (Vaio) | Assist-Taste oder F11 | F2 | „Assist“-Taste bei ausgeschaltetem Gerät |
| Fujitsu | F12 | F2 oder F12 | Modellabhängig |
| Microsoft Surface | Vol-Down (gedrückt halten) | Vol-Up (bei Boot) | USB-Boot über spezielle Tastenkombi |
Falls Du eine Videoanleitung brauchst, kann ich diese empfehlen: https://www.youtube.com/watch?v=c6WX2JxWGVw
- Hardware testen: Nach dem Linux hochgefahren ist, kannst Du das System zur Probe nutzen. Alle Daten und Programme, die Du im Probe-Modus veränderst / erstellst, kehren wieder zurück. Teste alle Funktionen Deines Geräts von integrierten Webcam bis zur Maus, die Du nur zeitweise nutzt. Funktionieren die Lautsprecher? Ist die Darstellung ok?
Dual Boot Setup
- Starte den Installer
- Doppelklicke auf das Icon „Install Linux Mint“ auf dem Desktop.
- Sprache & Tastatur
- Wähle Deine Sprache und Tastaturlayout aus.
- Klicke auf „Weiter“.
- Updates und Drittanbieter-Software
- Optional: Wähle „Installiere Drittanbieter-Software …“ (für WLAN, Grafiktreiber, etc.).
- Klicke auf „Weiter“.
- Installationsart wählen
Jetzt erkennt Linux Mint, dass:
- Windows installiert ist,
- Es freien Speicher gibt.
Du hast nun mehrere Optionen. Wähle:
„Etwas anderes“ (manuelle Partitionierung)
(So kannst Du genau festlegen, wie Mint installiert werden soll – ideal bei nicht zugewiesenem Speicher)
- Partitionierung (im manuellen Modus)
Nun siehst Du Deine Festplatte(n) und Partitionen.
Suche den nicht zugewiesenen Speicher (100 GB)
- Er wird als „frei“ oder „unallocated“ angezeigt.
- Jetzt legst Du manuell Partitionen für Linux Mint an.
- Linux-Partitionen anlegen
Du brauchst mindestens zwei Partitionen (empfohlen):
a) Root-Partition (/)
- Typ: Primäre Partition
- Größe: z. B. 30–50 GB
- Dateisystem: ext4
- Einhängepunkt:
/
b) Swap-Partition (optional)
- Größe: 2–4 GB (oder entsprechend Deinem RAM)
- Typ: Logisch oder primär
- Verwendung als: „Swap-Bereich“
c) (Optional) Home-Partition (/home)
- Nutze den verbleibenden Platz
- Dateisystem: ext4
- Einhängepunkt:
/home
Wenn Du keine separate
/home-Partition willst, kannst Du auch nur/nutzen.
- Bootloader-Ziel prüfen
Unten im Fenster:
- Stelle sicher, dass der GRUB-Bootloader im richtigen Laufwerk installiert wird (z. B.
/dev/sda– nicht/dev/sda1). - So kannst du beim Start später zwischen Windows und Linux Mint wählen.
- Installation starten
- Klicke auf „Jetzt installieren“.
- Bestätige die Änderungen (Partitionen werden formatiert!).
- Folge den weiteren Schritten (Zeitzone, Benutzerkonto usw.).
- Installation abschließen
- Nach Abschluss: USB-Stick entfernen
- Neustarten
- GRUB-Menü erscheint
Beim nächsten Start zeigt Dir der GRUB-Bootloader ein Menü:
- Linux Mint starten
- Windows starten
Programme installieren
Jetzt installierst Du die Programme von Deiner Software Inventurliste.
Teste, ob die Programme funktionieren. Auf Linux Mint gibt es eine Anwendung „Software“ in der Du die meisten Programme herunterladen kannst. Im Internet kannst Du Programme mit der Endung „.deb“ auf Dein System installieren. Installiere nur Programme, die von vertrauenswürdigen Quellen kommen. Das bedeutet, dass Du die deb-Datei nur von der Firefox-Webseite installierst oder über die Anwendung „Software“.
Linux hat den Vorteil, dass Du 99 % der Updates im Hintergrund während der Arbeit laufen können. Steuere Updates über die Aktualisierungsverwaltung in Linux Mint. Bei großen Updates wie dem Kernel ist ein Neustart notwendig, aber erst, wenn Du bereit bist.
Lade Dir Deine Daten auf den Computer oder nutze die Cloud.
Los gehts!










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